Master Projekt

Architekturen der Katastrophen, Krankheiten und Krisen

Val van de toren van Babel, Cornelis Anthonisz, 1547

Es ist evident, dass Architekturgeschichte für gewöhnlich chronologisch vermittelt wird. Man kann die Architektur- und Stadtbaugeschichte jedoch auch entlang von Erfindungen, Entdeckungen oder Entwicklungen von Materialen und Konstruktionsweisen, entlang von politischen Umbrüchen oder religiösen Konjunkturen erzählen - und auch anhand von Katastrophen, Krankheiten und Krisen. So kann man den Städtebau des Mittelalters kaum ohne die Pestepidemien denken, ist die Stadtanlage Venedigs nicht ohne die andauernde Flutgefahr zu verstehen oder hatte Tuberkulose einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Architektur der Moderne.

Die noch andauernde Corona-Pandemie fordert heraus, über ihre derzeitigen und zukünftigen Implikationen auf die architektonische und städtebauliche Praxis nachzudenken. Aus der Sicht von Architekturgeschichte und Denkmalpflege ist hierbei der Blick in die Geschichte derjenige, der die Gegenwart verstehen hilft und auch für zukünftiges Handeln fruchtbar gemacht werden kann.

Wir möchten uns im Rahmen des wissenschaftlichen Projektes daher auf die historischen Spuren vorangegangener Katastrophen, Krankheitsausbrüche und Krisen begeben und dies architektur- und/oder stadtbaugeschichtlich nachvollziehen oder deren bauliche Zeugnisse denkmalkundlich betrachten. Vermittelt werden sollen dabei neben der thematischen Fokussierung die einzelnen Schritte des wissenschaftlichen Arbeitens, von der Themenfindung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Fragestellung über die Recherche und Ausarbeitung bis zur Präsentation einer schriftlichen Forschungsarbeit

Sprache: Deutsch

Leistungspunkte: 8 SWS/12 ECTS

Termine: Donnerstags 9:15 - 18:30, Beginn 08.04., 1. Zwischenkritik 06.05., 2. Zwischenkritik 17.06., Endkritik 15.07.

Studiengänge: M.Sc. Architektur, M.Sc. Urbanistik, maximal 15 Teilnehmende

Leistungsnachweis: aktive Teilnahme, mündliche Präsentation im Rahmen von Zwischenkritiken und Endkritik, schriftliche Ausarbeitung einer Forschungsfrage als Aufsatz/Hausarbeit und grafische Darstellung als wissenschaftliches Poster

Lehrpersonen: Prof. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

 

Bildquelle: Rijksmuseum Amsterdam, gemeinfrei